Nachträglich angebauter Balkon aus Stahl an einem Wohnhaus

Balkon nachrüsten: Machbarkeit, Ablauf und Dauer

Nachrüsten lässt sich an fast jedem Haus etwas – die Frage ist nicht ob, sondern mit welchem Aufwand. Vier Dinge entscheiden das: was unter der Grasnarbe liegt, wie die Fassade aufgebaut ist, wie Sie überhaupt aus dem Zimmer nach draußen kommen und ob eine Baustelle erreichbar ist. Vom Auftrag bis zum fertigen Balkon vergehen üblicherweise drei bis sieben Monate, die Montage selbst ist an einem bis drei Tagen erledigt. Diese Seite erklärt, was am Bestandsgebäude wirklich geprüft wird, wie der Ablauf aussieht und wo wir auch schon einmal abgeraten haben.

Warum Nachrüsten etwas anderes ist als Neubau

Im Neubau wird der Balkon mitgeplant. Die Decke ist dafür ausgelegt, die Tür sitzt an der richtigen Stelle, das Fundament liegt sowieso offen. Im Bestand ist nichts davon gegeben. Da steht ein Haus, das seit dreißig, fünfzig oder hundert Jahren gut funktioniert, und wir sollen etwas daran befestigen, an das beim Bauen niemand gedacht hat.

Das ist kein Problem, sondern schlicht eine andere Arbeit. Sie beginnt nicht am Zeichenbrett, sondern vor Ort. Bevor wir eine Linie zeichnen, laufen wir einmal um das Haus, klopfen an die Wand, sehen uns an, wo die Regenrinne herunterkommt, wo der Hausanschluss liegt, wie der Boden aussieht und wie breit die Zufahrt ist. Aus diesen vierzig Minuten ergibt sich mehr für das spätere Angebot als aus jeder Fotoübermittlung per E-Mail.

Was Bauherren dabei regelmäßig überrascht: Die eigentliche Balkonkonstruktion ist selten der schwierige Teil. Stahl in der gewünschten Form zu fertigen, ist Handwerk, das planbar ist. Schwierig sind die Randbedingungen – der Nachbarabstand, der aufgefüllte Garten, der Innenhof ohne Zufahrt, das Fenster, das eigentlich eine Tür werden müsste. Wer diese Punkte früh klärt, hat später keine Überraschungen.

Was am Haus geprüft wird, bevor irgendetwas gezeichnet wird

Der Baugrund

Ein Vorstellbalkon steht auf eigenen Fundamenten, und die müssen frostfrei gegründet sein – das heißt in unserer Region ab 80 cm Tiefe. Die tatsächliche Tiefe und Größe rechnet die Statik aus, abhängig von der Last und davon, was der Boden hergibt.

Der Idealfall ist gewachsener, tragfähiger Boden. Der häufigste Sonderfall ist Auffüllung: Wo früher einmal ein Hang abgefangen, ein Keller verfüllt oder ein Graben zugeschüttet wurde, ist die oberste Schicht nicht das, wonach sie aussieht. Das erkennt man beim Ortstermin manchmal an Kleinigkeiten – ein Terrassenbelag, der sich gesenkt hat, ein Zaunpfosten, der schief steht. Im Zweifel wird ein Bodengutachten gemacht. Das kostet ein paar hundert Euro und ist billiger als jedes Fundament, das man zweimal baut.

Ebenfalls zu klären: Was liegt im Boden? Abwasser, Gas, Strom, Drainage, Regenwasserzisterne. Vier Fundamente von jeweils gut einem Meter Tiefe treffen erstaunlich oft auf etwas, von dem niemand mehr wusste, dass es dort liegt. Alte Bestandspläne sind an dieser Stelle Gold wert – wenn Sie welche haben, legen Sie sie zum Ortstermin bereit.

Balkonkonstruktion aus Stahl an einem Bestandsgebäude
Balkon aus eigener Fertigung, montiert an einem Bestandsgebäude in der Region.

Die Fassade

Wie viel die Hauswand tragen muss, hängt von der Konstruktionsart ab. Beim selbsttragenden Vorstellbalkon hält sie den Balkon nur seitlich in Position – das schafft praktisch jede Wand. Bei einer angehängten oder freitragenden Lösung trägt sie mit, und dann wird es eine Frage der Nachweise.

Der praktisch wichtigste Punkt im Bestand ist die Dämmung. Bei einem Wärmedämmverbundsystem sind ab 15 kg Anbaulast bauaufsichtlich zugelassene Abstandsmontagesysteme Pflicht. Sie führen die Last durch die Dämmebene hindurch in den tragenden Untergrund, ohne dass die Dämmung zusammengedrückt wird und ohne dass an der Befestigung eine Wärmebrücke entsteht. Das ist keine Empfehlung, an der man sparen kann, sondern Vorschrift. Wer an einem frisch gedämmten Haus baut, fährt mit dem Vorstellbalkon deshalb oft am besten – dann muss die Fassade gar keine Last aufnehmen.

Bei Altbauten kommt eine zweite Frage dazu: Was steckt eigentlich hinter dem Putz? Bruchstein, Hohlblock, Fachwerk mit Ausfachung, eine später zugemauerte Öffnung. Solange die Wand nicht tragen muss, ist das gleichgültig. Sobald sie tragen soll, muss man es wissen – und dann ist eine Bohrkernentnahme günstiger als eine Annahme.

Der Ausstieg: die Tür ist der unterschätzte Teil

Der schönste Balkon nützt wenig, wenn man ihn nur durch ein Fenster erreicht. In der Praxis ist das der Punkt, der am häufigsten übersehen wird, bis das Angebot auf dem Tisch liegt. Wo heute ein Fenster sitzt, muss die Öffnung nach unten erweitert werden – das ist Maurer-, Fensterbauer- und Innenausbauarbeit und gehört nicht zum Leistungsumfang eines Metallbauers.

Damit hängt eine Entscheidung zusammen, die früh fallen muss: die Höhenlage des Balkons. Wer Förderung in Anspruch nehmen will, braucht einen schwellenlosen Übergang vom Zimmer nach draußen. Ein schwellenloser Anschluss verlangt aber eine kontrollierte Entwässerung, weil an dieser Stelle kein Wasser mehr über eine Stufe abgehalten wird. Beides zusammen – schwellenlos und trocken – ist planbar, aber eben nur, wenn man es plant und nicht nachträglich löst.

Der Weg zur Baustelle

Kommt ein Fahrzeug bis ans Haus? Diese Frage klingt banal und kostet im Zweifel mehr als das Geländer. Reihenhausrückseiten, Innenhöfe und Grundstücke mit einem schmalen Durchgang zwischen zwei Häusern sind der häufigste Grund für Mehraufwand. Wir liefern Balkone deshalb, wo es möglich ist, in Einzelteilen an und fügen sie erst vor Ort zusammen. Das spart Kran, Straßensperrung und ein paar Nerven – kostet aber Montagezeit, die im Angebot auftaucht.

Ebenfalls relevant: Erdaushub muss irgendwohin. Wo ein Minibagger nicht hinkommt, wird von Hand gegraben, und vier frostfreie Fundamente von Hand sind ein spürbarer Posten.

Welche Konstruktion im Bestand passt

Es gibt drei Wege, einen Balkon ans Haus zu bringen. Die Wahl fällt lange vor der Farbe des Geländers und bestimmt fast alles Weitere.

Schemazeichnung: Vorstellbalkon auf eigenen Stützen, angehängter Balkon mit Fassadenankern und freitragender Balkon im Vergleich
Seitenansicht der drei Bauweisen. Wohin die Last abgeleitet wird, bestimmt den Aufwand: Der Vorstellbalkon gibt sie restlos an eigene Fundamente ab, der angehängte teilt sie sich mit der Fassade, und beim freitragenden muss die Bestandsdecke sie allein aufnehmen.

Der selbsttragende Vorstellbalkon steht auf vier eigenen Stützen und ist die günstigste der drei Bauweisen. Im Bestand ist er in den allermeisten Fällen auch die beste. Er funktioniert am Altbau wie am Fachwerkhaus, er verlangt der Bestandsdecke nichts ab, und – das ist der eigentliche Vorteil – er lässt sich vorab verlässlich kalkulieren, weil das größte Unbekannte, nämlich die Tragfähigkeit der alten Decke, gar nicht erst auftaucht.

Der angehängte Balkon hat zwei Stützen vorn und ist hinten in der Fassade verankert. Er wirkt leichter, stellt weniger in den Garten und liegt je nach Situation etwa 5 bis 15 % über dem Vorstellbalkon. Was an Fundamenten gespart wird, geht meist in Statik und Befestigungstechnik wieder hinein – ein Selbstläufer ist diese Variante also nicht, wohl aber die richtige Wahl, wenn der Platz unter dem Balkon frei bleiben soll.

Der freitragende Balkon kragt ohne Stützen aus der Wand aus. Architektonisch die eleganteste Lösung und statisch die anspruchsvollste, weil die gesamte Last an der Bestandsdecke hängt. Rechnen Sie im Bestand mit rund 50 % Aufschlag gegenüber dem Vorstellbalkon – und mit der Möglichkeit, dass die Prüfung der Decke ein Ergebnis liefert, das niemand hören will. Im Neubau ist das eine saubere Sache, im Altbau eher die Ausnahme.

Balkon mit Geländer an einem Wohnhaus
Ausgeführter Balkon aus unserer Werkstatt.

Statik, Schweißnaht, Nachweis

Ein Balkon ist ein tragendes Bauteil im Außenbereich, auf dem Menschen stehen. Entsprechend ist die Nachweiskette kein Formalismus. Der Standsicherheitsnachweis erfasst die Konstruktion, die Anschlüsse und die Gründung; muss die Bestandsdecke mittragen, kommt ein Nachweis für das vorhandene Bauteil dazu. Gefertigt und geschweißt wird nach DIN EN 1090, mit Konformitätserklärung. Ein Betrieb, der diese Erklärung nicht ausstellen kann, darf tragende Stahlbauteile nicht in Verkehr bringen – das ist ein Punkt, an dem sich Angebote schnell sortieren lassen.

Nach dem Schweißen geht die komplette Konstruktion in die Feuerverzinkung. Das Zink verbindet sich metallurgisch mit dem Stahl, innen wie außen, auch in den Hohlräumen der Profile. In unserem Binnenklima hält das Jahrzehnte, ohne dass jemand einen Pinsel in die Hand nehmen muss. Wichtig für die Planung: Verzinkt wird immer das ganze Teil, nachträgliche Änderungen an einer verzinkten Konstruktion sind aufwendig. Deshalb ist die Werkstattzeichnung der Moment, in dem alle Entscheidungen stehen müssen – auch die zum Geländer.

Der Ablauf in sechs Schritten

  • Ortstermin und Aufmaß. Wir sehen uns Fassade, Boden, Zugang und Ausstieg an und sagen, was möglich ist und was wir empfehlen. Kostenlos, und danach reden beide Seiten über dasselbe.
  • Planung und Festpreisangebot. Konstruktionsart, Größe, Belag, Geländer und Gründung werden festgelegt. Auf Wunsch zeigen wir den Balkon vorab als 3D-Ansicht an Ihrem Haus – das erspart erfahrungsgemäß eine Diskussion.
  • Statik und Bauantrag. Der Standsicherheitsnachweis wird erstellt, der Bauantrag läuft über einen Bauvorlageberechtigten. Rechnen Sie dafür mit rund 1.000 € zuzüglich 100 bis 300 € Behördengebühr. Was das Baurecht in Rheinland-Pfalz und im Saarland genau verlangt, steht im Ratgeber Baugenehmigung für Anbaubalkone.
  • Fertigung in der eigenen Werkstatt. Zuschnitt, Schweißen, anschließend Feuerverzinkung. Vier bis vierzehn Wochen, je nach Größe und Auslastung.
  • Gründung. Fundamente ausheben, bewehren, betonieren, frostfrei ab 80 cm. Danach braucht der Beton seine Zeit, bevor belastet wird – das lässt sich nicht abkürzen.
  • Montage und Übergabe. Meist an einem bis drei Tagen. Danach räumen wir auf, übergeben die Unterlagen und der Balkon ist benutzbar.

Wie lange es wirklich dauert

Vom unterschriebenen Auftrag bis zum fertigen Balkon vergehen üblicherweise drei bis sieben Monate. Wer im März anruft, weil er im Mai draußen sitzen will, bekommt von uns keine Zusage, sondern eine ehrliche Antwort.

Der kritische Pfad ist fast nie die Montage. Er besteht aus zwei Blöcken: Genehmigung und Fertigung. Für die Genehmigung hat die Behörde in Rheinland-Pfalz im vereinfachten Verfahren gesetzlich einen Monat – vorausgesetzt, die Unterlagen sind vollständig. Sind sie es nicht, beginnt die Frist praktisch von vorn, und genau dort gehen im Alltag Wochen verloren. Die Fertigung dauert vier bis vierzehn Wochen, wobei die Feuerverzinkung als externer Schritt mit eigenen Durchlaufzeiten dazwischenliegt.

Wer im Herbst mit der Planung beginnt, ist im Frühjahr fertig. Das ist der Rhythmus, mit dem die meisten unserer Balkonprojekte laufen, und er hat einen praktischen Vorteil: Fundamente lassen sich bei Frost nicht sinnvoll betonieren, im Winter passiert ohnehin die Werkstattarbeit.

Wann wir abraten

Nicht jede Anfrage endet mit einem Angebot, und das ist auch gut so.

Bei sehr kleinen Flächen. Unter etwa 4 m² lohnt sich ein Balkon selten. Aufmaß, Planung, Statik, Anfahrt und Montagekolonne fallen bei einem kleinen Balkon genauso an wie bei einem großen – der Quadratmeter wird also umso teurer, je weniger man davon baut. Wer zwischen zwei Größen schwankt, fährt mit der größeren fast immer besser. Und wenn wirklich kein Platz ist, ist ein französischer Balkon vor der bodentiefen Tür die ehrlichere Lösung als ein Bauwerk, auf dem am Ende nur ein Blumentopf steht.

Bei einer freitragenden Konstruktion im Altbau, nur weil es schöner aussieht. Wenn die Decke sie nicht ohne Weiteres trägt, ist der Aufwand für Nachweis und Ertüchtigung erheblich, und das Ergebnis unterscheidet sich im Gebrauch nicht von einem Vorstellbalkon. Wir sagen dann, dass wir es können – und dass wir es nicht empfehlen.

Wenn die Abstandsfläche zum Nachbarn nicht sicher eingehalten ist. Dann klären Sie das erst mit der Bauaufsicht und dem Nachbarn, bevor Sie Geld in Planung stecken. Es gibt Grundstücke, an denen ein Balkon an der gewünschten Seite schlicht nicht geht, und es ist besser, das im ersten Gespräch zu hören als nach dem dritten.

Wenn ohnehin eine Fassadensanierung ansteht. Dann warten Sie damit nicht auf den Balkon und bauen den Balkon nicht vor die alte Fassade. Beides zusammen geplant spart Gerüst, Anfahrt und ein zweites Mal Dreck im Garten.

Förderung: was im August 2026 noch offen ist

Der KfW-Zuschuss 455-B „Barrierereduzierung“ ist seit 31. Juli 2026 geschlossen. Wer aktuell noch damit wirbt, arbeitet mit veralteten Zahlen. Offen sind dagegen vier Wege:

Der KfW-Kredit 159 finanziert barrierereduzierende Umbauten mit bis zu 50.000 € je Wohneinheit. In Rheinland-Pfalz kommt das ISB-Darlehen 505 dazu, das mit einem Tilgungszuschuss arbeitet und damit einem Teilzuschuss nahekommt. Im Saarland gibt es einen Landeszuschuss von bis zu 7.500 € für barrierereduzierende Maßnahmen, den man ab 60 Jahren auch ohne Pflegegrad beantragen kann. Und unabhängig davon steht bei vorhandenem Pflegegrad der Zuschuss der Pflegekasse nach § 40 Abs. 4 SGB XI in Höhe von 4.180 € je Maßnahme zur Verfügung. Die Einzelheiten und die aktuellen Bedingungen stehen auf unserer Förderseite.

Entscheidend für die Planung ist nicht der Antrag, sondern die Konstruktion: Gefördert wird ein Balkon nur, wenn er schwellenlos erreichbar ist, mindestens 1,50 m tief ist und die Brüstung ab 60 cm Höhe Durchsicht zulässt. Diese drei Punkte müssen vor der Werkstattzeichnung feststehen – nachträglich lässt sich keiner davon heilen. Und: Anträge werden vor Auftragsvergabe gestellt, nicht danach.

Die Angaben zu Förderprogrammen und Verfahren geben eine allgemeine Orientierung und ersetzen keine Rechtsberatung; maßgeblich sind die Landesbauordnung und die zuständige Behörde beziehungsweise die Förderbedingungen des jeweiligen Programms.

Und was kostet das Ganze?

Das hängt an denselben Punkten, die weiter oben stehen: Konstruktionsart, Baugrund, Erreichbarkeit, Ausstattung. Eine Größenordnung nach Balkongröße, dazu die Frage, wo sich Sparen lohnt und wo nicht, haben wir im Ratgeber Anbaubalkon: Kosten, Materialien und Ablauf zusammengestellt. Dort steht auch, welche Positionen in einem belastbaren Angebot einzeln benannt sein müssen, damit Sie zwei Angebote überhaupt vergleichen können.

Kostenloses Aufmaß und Festpreisangebot. Wir kommen vorbei, sehen uns Boden, Fassade und Zugang an und sagen Ihnen ehrlich, was an Ihrem Haus geht – und was wir nicht empfehlen würden.

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Aus der Werkstatt

Nachgerüstete Balkone

Arbeiten aus der Westpfalz und dem Saarland – gefertigt in eigener Werkstatt, montiert vom eigenen Team.

Weitere Arbeiten finden Sie in unseren Referenzen.

Häufige Fragen

FAQ

Kann man an jedem Haus einen Balkon nachrüsten?

In den allermeisten Fällen ja. Ein selbsttragender Vorstellbalkon steht auf eigenen Fundamenten und braucht von der Hauswand nur eine seitliche Halterung, keine Tragfähigkeit. Damit funktioniert er auch am Altbau, am Fachwerkhaus und an Wänden, bei denen niemand genau weiß, was hinter dem Putz steckt. Die Frage ist deshalb selten, ob es geht, sondern mit welchem Aufwand. Entscheidend sind der Baugrund, der Aufbau der Fassade, der Ausstieg aus dem Zimmer und die Erreichbarkeit der Baustelle.

Woran scheitert ein Balkonanbau am ehesten?

Nicht an der Konstruktion, sondern an den Randbedingungen. Am häufigsten sind es die Abstandsfläche zum Nachbargrundstück, ein Baugrund aus Auffüllung, der ein Bodengutachten und größere Fundamente verlangt, und eine Baustelle, an die kein Fahrzeug herankommt. Alle drei Punkte lassen sich beim Ortstermin in einer knappen Stunde einschätzen. Deshalb fangen wir damit an und nicht mit der Zeichnung.

Wie lange dauert es vom Auftrag bis zum fertigen Balkon?

Üblicherweise drei bis sieben Monate. Der kritische Pfad ist fast nie die Montage, sondern Genehmigung und Fertigung. In Rheinland-Pfalz hat die Behörde im vereinfachten Verfahren gesetzlich einen Monat Zeit, die Fertigung in der eigenen Werkstatt dauert je nach Auslastung und Größe vier bis vierzehn Wochen. Die Montage selbst ist meist an einem bis drei Tagen erledigt.

Wie tief müssen die Fundamente sein?

Frostfrei gegründet wird ab 80 Zentimetern Tiefe. Die tatsächliche Tiefe und Größe ergibt sich aus der Statik und aus dem, was der Boden hergibt. Auf gewachsenem, tragfähigem Boden bleibt es meist bei der Mindesttiefe, bei Auffüllung, Hanglage oder hohem Grundwasserstand wird es tiefer oder breiter. Das ist der eine Punkt am Bau, an dem sich Sparen später nicht mehr korrigieren lässt.

Geht ein Balkon auch an einem Haus mit Wärmedämmverbundsystem?

Ja, aber mit klaren Regeln. Ab 15 Kilogramm Anbaulast sind bauaufsichtlich zugelassene Abstandsmontagesysteme Pflicht, damit die Dämmung nicht gequetscht wird und keine Wärmebrücke entsteht. Das ist keine Empfehlung, sondern Vorschrift. Wer an einem gedämmten Haus baut, ist mit einem selbsttragenden Vorstellbalkon meist besser bedient, weil die Fassade dann gar keine Last aufnehmen muss.

Wer erstellt die Statik?

Den Standsicherheitsnachweis für die Konstruktion und die Gründung lässt der Betrieb erstellen, gefertigt und geschweißt wird nach DIN EN 1090 mit Konformitätserklärung. Muss die Bestandsdecke mittragen, etwa bei einer angehängten oder freitragenden Lösung, kommt ein Nachweis für das vorhandene Bauteil dazu. Diesen Teil sollte man ernst nehmen, denn er entscheidet darüber, ob die gewünschte Bauweise überhaupt zulässig ist.

Muss die Balkontür gleich mit gemacht werden?

Nicht zwingend, aber sie gehört von Anfang an in die Planung. Wo heute ein Fenster sitzt, muss für einen Austritt eine Öffnung nach unten erweitert werden, und das ist Arbeit für Maurer, Fensterbauer und Innenausbau, nicht für den Metallbauer. Wer Förderung anstrebt, braucht außerdem einen schwellenlosen Übergang. Beides sollte feststehen, bevor die Höhenlage des Balkons festgelegt wird.

Welche Förderung gibt es 2026 noch für einen nachgerüsteten Balkon?

Der KfW-Zuschuss 455-B ist seit 31. Juli 2026 geschlossen. Offen sind der KfW-Kredit 159 mit bis zu 50.000 Euro je Wohneinheit, das ISB-Darlehen 505 in Rheinland-Pfalz mit Tilgungszuschuss, der saarländische Landeszuschuss von bis zu 7.500 Euro, den es ab 60 Jahren auch ohne Pflegegrad gibt, und der Pflegekassen-Zuschuss von 4.180 Euro je Maßnahme nach Paragraf 40 Absatz 4 SGB XI. Förderfähig ist ein Balkon nur, wenn er schwellenlos erreichbar und mindestens 1,50 Meter tief ist und die Brüstung ab 60 Zentimetern Höhe Durchsicht zulässt.

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