Anbaubalkon: Kosten, Materialien und Ablauf
Ein Balkon mit rund 6 m² liegt bei uns meist zwischen 14.500 und 20.000 € inkl. MwSt. – schlüsselfertig, von der Gründung bis zur Montage. Die Spanne ist bewusst weit, denn kein Haus ist wie das andere. Wie tragfähig der Boden ist, wie die Fassade aufgebaut ist, ob der LKW bis vor die Tür kommt und wie weit die Baustelle von unserer Werkstatt entfernt liegt – all das bewegt den Preis mehr als die Quadratmeterzahl. Auf dieser Seite steht, woran das liegt und worauf es bei Material und Konstruktion wirklich ankommt.
Was ein Balkon im Alltag verändert
Ein Balkon ist der günstigste Quadratmeter Wohnraum, den ein Haus dazubekommen kann. Er kostet keine Grundfläche, verlangt keinen Eingriff in den Grundriss und ist trotzdem im Sommer der meistgenutzte Platz im Haus. Der Kaffee am Morgen, das Abendessen draußen, die Wäsche an der Luft, die Kräuter in Reichweite der Küche – das sind die Dinge, die Bauherren uns hinterher erzählen. Kaum jemand sagt: „Wir haben jetzt 6 m² mehr."
Dazu kommt ein handfester Punkt: Ein Balkon wird in der Immobilienbewertung als Wohnfläche mitgerechnet – je nach Ausführung und Lage anteilig mit einem Viertel bis zur Hälfte der Fläche. Bei einer Wohnung ohne Außenbereich ist das oft der Unterschied zwischen „schwer vermietbar" und „schnell weg". Wer ein Haus im Bestand aufwertet, holt einen Teil der Investition beim Verkauf oder in der Miete wieder herein.
Und es gibt die Fälle, in denen es um mehr geht als um Komfort. Wer nicht mehr gut zu Fuß ist, für den ist ein schwellenloser Balkon manchmal der einzige Weg an die frische Luft, ohne das Haus verlassen zu müssen. Das ist auch der Grund, warum Balkone in mehreren Förderprogrammen zur Barrierereduzierung auftauchen – dazu weiter unten mehr.

Drei Wege, einen Balkon ans Haus zu bringen
Die wichtigste Entscheidung fällt lange vor der Farbe des Geländers. Sie lautet: Wie wird der Balkon getragen? Daraus ergibt sich fast alles Weitere – der Aufwand für die Statik, die Arbeiten am Boden, der Eingriff in die Fassade und damit auch der Preis.
Der Vorstellbalkon auf eigenen Stützen
Vier Stützen stehen auf eigenen Fundamenten, der Balkon trägt sich selbst. Die Hauswand hält ihn nur seitlich in Position, sie trägt kein Gewicht. Das klingt unspektakulär und ist genau deshalb die Bauweise, die wir im Bestand am häufigsten empfehlen. Sie funktioniert am Altbau ebenso wie am Fachwerkhaus oder an einer Leichtbauwand, bei der niemand genau weiß, was hinter dem Putz steckt. Vor allem aber lässt sich hier vorab verlässlich sagen, was das Ganze kostet, weil das größte Risiko – „was hält die alte Decke wirklich aus?" – schlicht nicht auftaucht.
Der angehängte Balkon
Zwei Stützen vorn, hinten eine Verankerung in der Fassade. Optisch leichter, weniger Stützen im Garten, dafür trägt die Wand mit. Das setzt einen tragfähigen Untergrund und einen eigenen Nachweis für die Verankerung voraus. Bei einem Wärmedämmverbundsystem kommen bauaufsichtlich zugelassene Abstandsmontagesysteme dazu, damit die Dämmung nicht gequetscht wird und keine Wärmebrücke entsteht. Was an Fundamenten gespart wird, geht häufig in Statik und Befestigungstechnik wieder drauf.
Der freitragende Balkon
Keine Stützen, der Balkon kragt aus der Wand aus. Architektonisch die eleganteste Lösung und statisch die anspruchsvollste: Die gesamte Last hängt an der Bestandsdecke, die dafür erst nachgewiesen und oft ertüchtigt werden muss. Im Neubau ist das eine saubere Sache. Im Bestand wird es schnell aufwendig – rechnen Sie mit etwa der Hälfte Aufschlag gegenüber dem Vorstellbalkon, und mit der Möglichkeit, dass die Prüfung der Decke ein Ergebnis liefert, das niemand hören will.
Materialien: was hält, was arbeitet, was pflegt sich selbst
Ein Balkon steht dreißig Jahre und länger im Wetter. Was dort verbaut wird, entscheidet weniger über den Preis am Tag der Montage als über den Aufwand in den Jahrzehnten danach.
Feuerverzinkter Stahl
Unser Standard, und das aus gutem Grund. Stahl trägt bei schlanken Querschnitten viel – ein Balkon aus Stahl wirkt leichter als einer, der dieselbe Last mit dickeren Profilen aufnehmen muss. In der eigenen Werkstatt lässt er sich millimetergenau zuschneiden und schweißen, was bei einem Bestandsgebäude mit schiefen Wänden Gold wert ist.
Entscheidend ist die Feuerverzinkung. Die Konstruktion wird nach dem Schweißen komplett in flüssiges Zink getaucht – innen wie außen, in jede Ecke, auch in die Hohlräume der Profile. Die Schicht nach DIN EN ISO 1461 verbindet sich metallurgisch mit dem Stahl, sie liegt nicht nur obenauf wie ein Anstrich. In unserem Binnenklima (Korrosivitätskategorie C3) hält das 50 Jahre und länger, ohne dass jemand einen Pinsel in die Hand nehmen muss. Ein Kratzer ist nicht dramatisch: Zink schützt die Fehlstelle elektrochemisch mit, der Stahl rostet dort nicht unter.
Edelstahl
Rostfrei, formstabil und mit dieser ruhigen, matt gebürsteten Oberfläche, die viele an einem Geländer schätzen. Edelstahl ist teurer als verzinkter Stahl und in der Verarbeitung anspruchsvoller – er verzieht sich beim Schweißen leichter und braucht eine saubere Nachbehandlung, damit die Schweißnähte nicht später doch anlaufen. Wir setzen ihn dort ein, wo er sichtbar ist und wirken soll: an Geländern, Handläufen, Details. Für die tragende Unterkonstruktion, die ohnehin kaum jemand ansieht, ist verzinkter Stahl die vernünftigere Wahl.
Aluminium
Leicht, korrosionsbeständig, in vielen Farben pulverbeschichtet erhältlich. Der Haken: Aluminium trägt bei gleichem Querschnitt deutlich weniger als Stahl und ist weicher. Für die tragende Struktur eines Balkons braucht es deshalb entweder mehr Material oder engere Stützabstände – am Ende ist die Alu-Konstruktion bei vergleichbarer Tragfähigkeit meist nicht günstiger, sondern teurer. Sinnvoll wird Aluminium dort, wo das Gewicht wirklich zählt, etwa bei einer angehängten Konstruktion an einer grenzwertig tragfähigen Wand.

Der Bodenbelag: die Entscheidung, die man täglich spürt
Der Belag ist das, was man barfuß fühlt und alle paar Jahre wieder in die Hand nimmt – oder eben nicht.
- Feuerverzinkter Gitterrost. Der pflegeleichteste Belag überhaupt. Regen läuft durch, es steht nie Wasser, eine Abdichtung ist überflüssig, und Schnee muss man nicht wegräumen. Rutschhemmend auch bei Nässe. Wer darauf gerne barfuß steht, sollte ihn vorher einmal probieren – manche mögen das Gefühl, andere nicht.
- Balkonbodenplatten. Eine geschlossene, fußfreundliche Fläche mit ruhiger Optik. Braucht ein sauber geplantes Gefälle und eine Entwässerung, damit sich kein Wasser sammelt. Pflegeleicht, wenn das einmal richtig gemacht ist.
- WPC-Dielen. Holzoptik ohne Streichen, warm im Griff, in vielen Farbtönen zu haben. Über die Jahre verblasst der Ton leicht und gleicht sich an – wer das weiß, ist zufrieden, wer eine dauerhaft gleiche Farbe erwartet, nicht.
- Echtes Holz. Am schönsten am Tag der Montage. Alle drei bis fünf Jahre streichen, nach zwanzig bis dreißig Jahren tauschen. Über die Lebensdauer gerechnet der teuerste Belag, den man wählen kann – was ihn nicht falsch macht, wenn man das Material liebt und die Pflege nicht scheut.
Das Geländer: hier entscheidet sich das Budget
Was viele unterschätzen: Ein Balkon mit 3 × 2 m hat drei offene Seiten und damit sieben laufende Meter Geländer. Je nach Ausführung liegen zwischen der einfachen und der aufwendigen Variante mehrere tausend Euro – das Geländer ist der Posten, an dem sich der Gesamtpreis am stärksten steuern lässt.
- Stabgeländer mit senkrechten Füllstäben. Der Klassiker. Robust, zeitlos, gut zu reinigen, in Edelstahl oder verzinktem Stahl. Die senkrechte Teilung ist bewusst so gewählt, dass Kinder nicht hochklettern können.
- Brüstung mit Glasfüllung. Die Scheibe sitzt im Rahmen, der Rahmen trägt. Windschutz und freier Blick zum Preis eines guten Stabgeländers – für die meisten Bauherren der beste Kompromiss.
- Ganzglasgeländer. Das Glas trägt selbst, es gibt keinen Rahmen und keine Stäbe. Maximale Transparenz, entsprechend höherer Preis und ein eigener Nachweis nach DIN 18008-4. Wunderschön, wenn der Blick es hergibt.
- Französischer Balkon. Wenn kein Platz für eine begehbare Fläche ist: eine Absturzsicherung vor der bodentiefen Tür. Bringt Licht und Luft ins Zimmer, ohne dass ein Bauwerk vor der Fassade steht.
Wovon der Preis abhängt
Zwei Häuser, zwei gleich große Balkone, zwei sehr unterschiedliche Angebote – das kommt vor, und es hat immer Gründe. Die wichtigsten:
- Wie der Balkon getragen wird. Der größte Hebel überhaupt. Zwischen einem selbsttragenden Vorstellbalkon und einer freitragenden Konstruktion liegen leicht 50 %.
- Was unter der Grasnarbe liegt. Gewachsener, tragfähiger Boden ist der Idealfall. Auffüllung, Hanglage oder Grundwasser bedeuten tiefere oder größere Fundamente, im Zweifel ein Bodengutachten.
- Wie gut die Baustelle erreichbar ist. Kommt der LKW bis ans Haus, oder muss alles durch einen schmalen Hof getragen werden? Reihenhausrückseiten und Innenhöfe sind der häufigste Grund für Mehraufwand. Wir liefern Balkone deshalb, wo es geht, in Einzelteilen und fügen sie vor Ort zusammen – das spart Kran, Straßensperrung und Nerven.
- Wie die Fassade aufgebaut ist. Ein Wärmedämmverbundsystem verlangt ab 15 kg Anbaulast zugelassene Abstandsmontagesysteme. Das ist keine Empfehlung, sondern Vorschrift.
- In welchem Geschoss der Balkon sitzt. Jede Etage nach oben erhöht Statikaufwand und Montagekosten.
- Wie weit es zu Ihnen ist. Wir arbeiten von Herschweiler-Pettersheim aus vor allem in der Westpfalz, im Saarland und im angrenzenden Rheinland-Pfalz. In diesem Umkreis ist die Anfahrt eingepreist. Weiter weg ist möglich – dann hängt es von Größe und Aufwand des Projekts ab, ob sich Fahrt und Montagetage sinnvoll abbilden lassen. Ein kurzer Anruf klärt das in fünf Minuten.
Wo das Preissignal ungefähr landet
Damit Sie eine Größenordnung haben, bevor wir uns kennenlernen. Die Werte gelten für einen selbsttragenden Vorstellbalkon aus feuerverzinktem Stahl, schlüsselfertig inkl. MwSt. – mit Konstruktion, Belag, Geländer, Gründung und Montage, ohne Bauantrag und ohne Wanddurchbruch für die Balkontür.
| Größe | Preisrahmen | Wofür die Fläche reicht |
|---|---|---|
| 2,0 × 2,0 m | 12.000–16.000 € | Zwei Stühle und ein kleiner Tisch – der klassische Frühstücksbalkon |
| 3,0 × 2,0 m | 14.500–20.000 € | Die häufigste Größe: Sitzgruppe für vier Personen, Platz zum Vorbeigehen |
| 3,0 × 2,5 m | 16.500–23.000 € | Sitzgruppe plus Liege oder Pflanzen, ohne dass es eng wird |
| 4,0 × 2,5 m | 22.000–28.000 € | Essplatz und Lounge-Ecke getrennt voneinander |
| 4,0 × 3,0 m | 24.500–32.000 € | Eine echte zweite Terrasse im Obergeschoss |
Das untere Ende der Spanne steht für eine schlichte, robuste Ausführung auf einer gut erreichbaren Baustelle mit tragfähigem Boden. Das obere Ende für gehobene Ausstattung, aufwendige Gründung oder schwierigen Zugang. Auffällig ist der Größeneffekt: Aufmaß, Planung, Statik, Anfahrt und Montagekolonne fallen bei einem kleinen Balkon genauso an wie bei einem großen. Wer zwischen zwei Größen schwankt, fährt mit der größeren Variante fast immer besser.
Wo sich Sparen lohnt – und wo nicht
Nicht jede Einsparung ist eine. Aus der Erfahrung von zwanzig Jahren Werkstatt:
- Lohnt sich: Ein Geländer mit Glasfüllung statt Ganzglas. Gleiche Sicherheit, fast dieselbe Wirkung, spürbar günstiger.
- Lohnt sich: Etwas größer bauen statt später erweitern. Die Fixkosten fallen nur einmal an.
- Lohnt sich: Mehrere Balkone in einem Auftrag – im Mehrfamilienhaus oder mit dem Nachbarn zusammen. Aufmaß, Anfahrt und Rüstzeit teilen sich.
- Lohnt sich nicht: Am Korrosionsschutz sparen. Was die Feuerverzinkung kostet, ist ein Bruchteil dessen, was eine Sanierung nach fünfzehn Jahren kostet.
- Lohnt sich nicht: Bei der Gründung knapp kalkulieren. Ein zu klein bemessenes Fundament ist der einzige Fehler, der sich später praktisch nicht mehr korrigieren lässt.
- Lohnt sich nicht: Auf das Aufmaß verzichten. Ohne Aufnahme vor Ort gibt es keinen Festpreis, sondern eine Schätzung – und die wird auf der Baustelle erfahrungsgemäß nicht günstiger.
Vom ersten Gespräch bis zum fertigen Balkon
Damit Sie wissen, worauf Sie sich einlassen. Insgesamt vergehen üblicherweise drei bis sieben Monate – der kritische Pfad ist fast nie die Montage, sondern Genehmigung und Fertigung.
- Gespräch und Aufmaß. Wir kommen vorbei, schauen uns Fassade, Boden und Zugang an und besprechen, was möglich ist. Danach wissen wir beide, worüber wir reden.
- Planung und Angebot. Sie bekommen ein Festpreisangebot mit klar benannten Positionen. Auf Wunsch zeigen wir den Balkon vorher als 3D-Ansicht an Ihrem Haus.
- Statik und Genehmigung. Der Standsicherheitsnachweis wird erstellt, der Bauantrag läuft über einen Bauvorlageberechtigten. In Rheinland-Pfalz hat die Behörde im vereinfachten Verfahren gesetzlich einen Monat Zeit.
- Fertigung in der eigenen Werkstatt. Zuschnitt, Schweißen nach DIN EN 1090, anschließend Feuerverzinkung. Vier bis vierzehn Wochen, je nach Auslastung und Größe.
- Gründung. Fundamente ausheben, bewehren, betonieren – frostfrei ab 80 cm Tiefe, nach Statik bemessen.
- Montage. Meist an einem bis drei Tagen erledigt. Danach räumen wir auf und übergeben.
Förderung: was 2026 noch geht
Der KfW-Zuschuss 455-B „Barrierereduzierung" ist seit 31. Juli 2026 geschlossen – die Mittel sind ausgeschöpft, eine Neuauflage ist frühestens 2027 möglich. Wer aktuell noch mit „bis zu 6.250 € KfW-Zuschuss" wirbt, arbeitet mit veralteten Zahlen.
Offen sind dagegen der KfW-Kredit 159 (bis 50.000 € je Wohneinheit), das ISB-Darlehen 505 in Rheinland-Pfalz mit Tilgungszuschuss, der saarländische Landeszuschuss für barrierereduzierende Maßnahmen (bis 7.500 €, ab 60 Jahren auch ohne Pflegegrad) und der Pflegekassen-Zuschuss nach § 40 Abs. 4 SGB XI in Höhe von 4.180 € je Maßnahme. Die Einzelheiten stehen auf unserer Förderseite.
Wichtig für die Planung: Förderfähig ist ein Balkon nur, wenn er schwellenlos erreichbar ist, mindestens 1,50 m tief ist und die Brüstung ab 60 cm Höhe Durchsicht zulässt. Wer Förderung anstrebt, muss das vor der Konstruktion berücksichtigen – nachträglich lässt sich das nicht heilen.
Woran Sie ein belastbares Angebot erkennen
Wenn Sie mehrere Angebote vergleichen: Diese Punkte gehören einzeln benannt. Fehlt einer, vergleichen Sie Äpfel mit Birnen.
- Konstruktionsart, Stahlgüte, Profilquerschnitte und Art des Korrosionsschutzes
- Bodenbelag mit Material und Aufbau
- Geländer mit Ausführung, Füllung, Höhe und laufenden Metern
- Anzahl, Abmessungen und Gründungstiefe der Fundamente
- Aufmaß und Planung – enthalten oder separat
- Montage, An- und Abfahrt, Kran oder Gerüst
- Entsorgung einer vorhandenen Altkonstruktion
- Fertigung nach DIN EN 1090 mit Konformitätserklärung
Wir fertigen in eigener Werkstatt und schweißen nach DIN EN 1090. Sie bekommen ein Festpreisangebot nach Aufmaß vor Ort – keine Circa-Preise aus einem Konfigurator, die sich beim Ortstermin verdoppeln.
Kostenloses Aufmaß und Festpreisangebot. Wir kommen vorbei, schauen uns Statik, Boden und Zugang an – danach wissen Sie auf den Euro genau, was Ihr Balkon kostet.
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